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XP DEUS HF-Spulen – Erfahrungen und Eindrücke

Vor ein paar Wochen haben wir die neue 13×24 cm elliptische HF-Goldprospekting DD-Spule  geliefert bekommen. Vorher war bereits die 22,5 cm HF-Goldprospekting DD-Spule verfügbar.
Wir haben beide Suchspulen in gering bis stark mineralisierten Böden getestet und möchten hier unsere Erfahrungen, Eindrücke aber auch Tipps zur An- und Verwendung mitteilen.

Letzte Aktualisierung: 31.08.17

Einleitung und bestimmungsgemäße Verwendung der DEUS HF-Spulen
Die neuen HF-Spulen für das XP Deus-System wurden in erster Linie zur Suche nach Naturgold (Nuggets) entworfen. Darüber hinaus eignet sich dieser Spulentyp – unter gewissen Voraussetzungen* – aber auch zur optimierten Antiksuche, also zur Suche nach überwiegend kleinen Metallobjekten. Ebenso ist der neue Spulentyp für die Suche nach Meteoriten und gediegenen Erzen im Gestein verwendbar.
Für die Suche nach Militaria und ähnlich größeren und/oder tiefer liegenden Metallobjekten sind diese Suchspulen NICHT gedacht resp. geeignet!
Dies hängt vor allen mit den überwiegend sehr hohen Arbeitsfrequenzen zusammen und natürlich auch mit der Spulengröße.

Die 22,5cm HF-DD Spule mit dem Frequenzbereich von rund 13-59 Khz kann als Allroundsuchspule verwendet werden, hier als Erweiterung zum Beispiel zur oft verwendeten 28 cm DD-Spule mit 4-18 Khz Arbeitsfrequenz. Sie erweitert das Deus-System hier vor allem in Punkto Arbeitsfrequenz, wo z.B. auch schon mit der Standart-22,5er Suchspule gerne gearbeitet wurde. Auf Grund der Spulenfläche kann mit etwas mehr Eindringtiefe bei kleineren bis mittleren Metallobjekten gerechnet werden, jedoch geht diese auf sehr kleine (winzige) Metallobjekte nicht so tief.
Wo sich jetzt die Frage stellt – Was ist klein?
Bei der 22,5er HF-Spule bedeutet „klein“ z.B. Münzgrößen ab 1 Eurocent aufwärts. Oder Flächen von 8 x 8 mm aufwärts – bei hoher Frequenz. Bei Nadeln oder ähnlich dünnen/runden Metallobjekten  ist die Länge zweitrangig auch hier zählt vor allem Fläche. Da hingegen spielt es kaum eine Rolle ob das Metallobjekt sehr dünn ist oder hochkant oder schräg im Boden steckt – Im Gegenteil – hochkant im Boden befindliche Objekte werden oft besser detektiert als flach liegende. Dies schuldet sich aber nicht aus der Spulenart sondern in erster Line aus der Frequenz (grundsätzlich ab 10 Khz aufwärts). Daher führt es bei uns auch nur zum Kopfschütteln bei Vergleichstests, zwischen der Standard und HF-Spule, wie man sie z.B. bei Youtube findet. Diese haben mehr mit Marketing als mit „physikalischer Realität“ zu tun…

Die elliptische 13x24cm HF-DD Spule mit dem Frequenzbereich von rund 13-81 Khz kann als Spezialsuchspule bezeichnet werden, dessen allererste Bestimmung die Naturgoldsuche ist und bleibt. Darüber hinaus eignet sich die neue elliptische DD-Spule auch zur gezielten Suche und Nachsuche nach kleinen bis winzigen Metallobjekten im Oberflächenbereich. Unter „winzig“ darf man hier Objektgrößen von 2x2mm aufwärts annehmen, dies wieder – bei hoher Frequenz!

Aaaaaber….
Aber deshalb – weil man sich nicht einfach eine HF-Suchspule draufmachen kann in der Hoffnung, nun fliegen einem die Münzen oder auch Goldnuggets nur so zu. Schön wäre es, aber unsere größter Feind – die Physik – stellt sich da ganz breitbeinig in den Weg!
Ich will jetzt hier nicht zu sehr ins Eingemachte gehen, das langweilt eh die meisten, auch wenn das Wissen um die physikalischen Grundlagen der Metalldetektion für einen erfolgreiche Suche sehr wichtig ist.

(*)Man muss folgendes wissen und beachten:

Das im mineralisierten Boden in allen Diskriminator-Programmen des XP DEUS bei steigender Frequenz die Ortungstiefe insoweit abnimmt als das, (durch die Mineralisation), ein Camouflage-Effekt entsteht der aus einem Buntmetallsignal ein Mischsignal (Eisen/Buntmetall) macht oder im schlechtesten Fall nur noch ein reines Eisensignal übrigbleibt.

Unter der Voraussetzung das der Eisenton überhaupt eingeschaltet ist. In den meisten Fällen kommt dann auch keine aussagekräftige Leitwertanzeige mehr zu Stande, im günstigsten Fall springen die Leitwerte lustig hoch und runter, oder zeigen „00“ an oder gar nur „–“ an.

Anders sieht das zum Beispiel im Goldfeld-Programm (P10) aus:
Hier nimmt der mineralisierte Boden zwar etwas Tiefe weg, aber grundsätzlich kommen alle Metalle akustisch, aber ohne Tonunterscheidung, zur Anzeige da kein Disk vorgeschaltet wurde. Die Leitwertanzeige macht hierbei das gleiche wie im Diskmodus, nur auf Grund der internen Parameter des Goldfeld-Programm, werden Leitwerte teilweise früher, oder in größerer Tiefe angezeigt, das ist aber von Fall zu Fall verschieden.

HINWEIS: Der numerische Wert den man beim Deus für den Bodenabgleich nutzt hat keine Aussagekraft im Bezug auf die tatsächliche Bodenmineralisation. Es ist ein Zahlenwert der laut XP einen Phasenwinkel angibt. Das bedeutet das ein Boden z.B. mit dem gemessenen Wert 75 – deutlich mineralischer sein kann – als ein Boden mit dem Wert 87.  Ausschlaggebend ist hier (bei der Fernbedienung) die rechte Balkenanzeige! Um so mehr dieser beim Schwenken über den Boden „gefüllt“ ist um so stärker ist die (momentane) Mineralisation.

HINWEIS II: Steht zwar schon HIER beschrieben, aber da viele sehr lesefaul sind oder nicht wissen das man hier weit mehr Infos erhält als auf anderen Händlerseiten, der Hinweis das mit steigender Frequenz die gute Erkennung von Eisen genau so abnimmt wie die Kleinteilempfindlichkeit zunimmt. Und das man mit hoher Frequenz im Diskbetrieb – Ortungtiefe und vor allem Objektinformation einbüßen kann. Das vor allem bei den „Spezialisten“ denen physikalische Zusammenhänge bei der Metalldetektion nicht interessieren. Auch die Unart bei den HF-Spulen die gleichen Einstellungen zu fahren wie bei den normalen Suchspulen rächt sich im Praxisgebrauch. Disk 0 und/oder Eisenlautstärke 0  und dann am besten noch den Bodenfilter auf -1 ausschalten ist eine sichere Art die eigentlichen Vorteile der HF-Spulen zu verwirken und sich dann, absolut unberechtigt über die geringere Suchtiefe zu beschweren…

Ergo!?
Wer sich die neuen HF-Spulen zulegen möchte sollte folgendes beachten:
1. Ist die Mineralisation in seinem Suchgebiet grundsätzlich gering (Bsp. helle Sandböden, Schiefer, Kalkstein) so kann er IM DISKMODUS mit der HF-Spule einen deutlichen Zugewinn an Ortungstiefe auf kleine bis winzige Metallteile bekommen.
2. Ist die Mineralisation in seinem Suchgebiet grundsätzlich hoch (Bsp. einige rote Böden, Basalt, Lava) so kann er IM GOLDFELDMODUS mit der HF-Spule einen deutlichen Zugewinn an Ortungstiefe auf kleine bis winzige Metallteile bekommen.
3. Alles andere klärt der Umkehrschluss!

Jetzt noch zur Frage – welche HF-Spule sollte ich zur Antiksuche wählen?
Grundsätzlich ist wie vorher beschrieben der Camouflage-Effekt im Diskmodus um so stärker um so höher die Frequenz gewählt wird. Davon sollte man es in letzter Konsequenz auch abhängig machen. Wer in einem Allmetallsuchprogramm oder im Goldfeld-Programm sucht kann getrost die elliptische Spule wählen, da würde ich jederzeit zustimmen. Wobei man hierbei auch immer beachten sollte das die elliptische Spule gegenüber der runden DD-Spule auf Grund der Bauform immer ein wenig geringere Ortungstiefe bei kleinen aber nicht kleinsten Metallteilen hat. Für „normale“ Münzen und kleineren Münzen ist die 22er HF-Spule daher besser geeignet als die elliptische.

Ach ja – noch was: Wer glaubt das er mit den HF-Spulen jetzt einen Münzstaubsauger in der Hand hält, der irrt sich. Noch mal – die HF-Spulen sind Spezial-Zubehörspulen und eigentlich für die Naturgoldsuche konzipiert (steht auch drauf…) und nicht für die Suche nach Goldmünzen. In den unteren Frequenzbereich wird es keine Verbesserung gegenüber der Standartspule geben, es werden lediglich kleinere Metallobjekte früher und besser angezeigt, einhergehend mit einer schlechteren Erkennung und/oder Diskriminierung von Eisen.

Wer die HF-Spulen mit dem nötigen physikalischen Hintergrundwissen verwendet der kann seine wahre Freude dran haben – wer sich damit nicht auseinandersetzt hat möglicherweise einen Haufen Geld in den Sand gesetzt!

Weiterführende Links zum Thema:
INFO: Von der Wahl der richtigen Suchspule
INFO: Leitwerte und Bodenmineralisierung
INFO: Frequenz eines Metalldetektors
Welche XP DEUS-Variante ist für mich die richtige?
Eine Entscheidungshilfe – oder – DAS spricht für den XP DEUS!

Noch Fragen? – Eifelsucher Info Telefon: 02646-9147030 oder 0179-6952649

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