Persönliche Ausrüstung und Zubehör

Nachdem man sich seinen Detektor ausgewählt hat kommt häufig die Frage:

Was benötige ich noch?

Wenn bei dem ausgewählten Detektor bereits Originalzubehörteile wie Spulenschutz und Regenschutz im Lieferumfang dabei sind, braucht man sich darum nicht mehr zu kümmern, ansonsten wäre zumindest die Anschaffung eines Spulenschutzes sinnvoll, wenn nicht sogar wichtig!

Für was der Spulenschutz benötigt wird und was er für eine Funktion  hat ist bedauerlicher Weise nicht vielen Sondengängern klar – diese Spulenschutz-Infoseite hilft weiter.

Eine Regenschutzhaube ist sicher auch sinnvoll, kann aber in vielen Fällen durch eine einfache Kunststofftüte ersetzt werden. „Schöner“ ist natürlich das Originalzubehör.

Ein Kopfhörer zählt da schon eher zu den sinnvollen Zubehörteilen!
Es gibt Sondengänger die lieben Kopfhörer und können nicht „ohne“. Es gibt Sondengänger  die nur gelegentlich einen Kopfhörer verwenden und es gibt die, die nie Kopfhörer tragen. In letzter Konsequenz muss das jeder für sich entscheiden. Wie gesagt – sinnvoll ist es in jedem Fall einen Kopfhörer zumindest zu besitzen.

Mit einem Kopfhörer ist man einfach „näher am Geschehen“ dran. Man hört die Signale besser und vernimmt auch feine Signale.

Ein Kopfhörer hat aber noch weitere Vorteile:

  • man stört keine anderen Personen, z.B. bei der Strandsuche oder seine Mitsucher
  • man wird von anderen Personen nicht gehört
  • senkt den Stromverbrauch des Detektors
  • kann im Winter die Ohren wärmen und im Sommer gut gegen Mückenstiche  helfen 🙂

Abschließend sei noch erwähnt, dass als (drahtgebundener) Detektorkopfhörer im Prinzip jeder Kopfhörer geeignet ist, der nicht mehr als 300 Ohm Widerstand hat, herkömmliche MP3 und Hifi-Kopfhörer liegen da deutlich drunter. Wichtig ist daneben nur, dass diese Kopfhörer über einen eigenen Lautstärkeregler verfügen!

Zum Beispiel bei allen Detektoren von XP und bei einigen Modellen von Minelab kann man das Vergnügen haben, einen Metalldetektor zu besitzen, an dem ein drahtloser Kopfhörer, ein Funkkopfhörer, betrieben werden kann. Dieser Komfort ist nicht zu verachten und beendet das Hängenbleiben mit dem Kopfhörerkabel endgültig. Sehr praktisch, aber auch teuer. Diese Anschaffung sollte meiner Meinung nach nur getätigt werden, wenn man auf einen Kopfhörer keinesfalls verzichten möchte.

Zusatzspulen machen im Anfangsstadium, wenn man das Gerät noch nicht kennt, keinen Sinn! Damit lässt man sich Zeit bis man das Gerät mit der Originalsuchspule wirklich beherrscht. Erst dann sieht man auch, welche Zusatzspule man möglicherweise benötigt oder ob die Originalsuchspule nicht vielleicht doch ausreicht. Ebenso wie bei der Gerätewahl sollte man sich dabei ein paar Fragen stellen:

  1. Was will ich mit der alternativen Suchspule finden?
  2. Warum will ich wechseln – was erhoffe ich mir von einem Spulenwechsel?
  3. Macht es überhaupt Sinn, die Suchspule zu wechseln?

Die dritte Frage kann nur vom Händler oder von Sondengängern, die damit Erfahrung gesammelt haben, beantwortet werden. Man sollte  sich vor dem Kauf eingehend informieren.

Finger weg von Kombiangeboten wie sie gerne als Sonderaktionen von Händlern angeboten werden! Nur selten sind diese Kombinationen (Gerät + 2 Suchspulen) wirklich sinnvoll und brauchbar.

Zur Stromversorgung werden vom Werk aus meist Batterien verwendet. Nur wer sehr häufig sucht sollte über die Alternative „Akkus und ein vernünftiges Ladegerät“ nachdenken!

Man muss dabei sicher auch den Stromverbrauch der Detektoren berücksichtigen. Einige Detektoren laufen mit frischen Batterien 10-15 Stunden, andere 20-30 Stunden wieder andere bis zu 70 Stunden (Bsp.: analoge XP-Serie).
Der Akkubetrieb als Alternative zu Trockenbatterien macht nur Sinn, wenn wenigstens 3 x die Woche für 5 Stunden gesucht wird, ansonsten rate ich zu preiswerten Alkali-Mangan Batterien.
Ach ja – auch wenn die Werbung mit dem Hasen so einprägsam ist – spart es Euch, teure Hochleistungszellen zu kaufen. Mehr als 2,50 Euro sollten 8 Alkali-Mangan-Batterien nicht kosten. Günstig und gut bekommt man diese beim Discounter.
Nun sind die wesentlichen Zubehörteile für den eigentlichen Detektor aufgeführt worden.
Daneben gibt es noch weiteres sinnvolles Zubehör.

Als erstes dürfte einem ein geeignetes Grabungswerkzeug einfallen.

Angefangen haben viele  mit dem Maurerhammer aus der Baumarkt-Wühlkiste. Dieses Werkzeug ist klein, aber trotzdem stabil und eignet sich auch für festere Böden oder zum Durchtrennen von Wurzeln im Erdreich. Leider ist er aber meist nur für oberflächige Grabungen geeignet.

Der klassische Klappspaten fällt den meisten sicher sofort ein. Auch er hat seine Berechtigung, jedoch sollte er nicht als alleiniges Grabungswerkzeug herhalten. Alles was nicht fest montiert ist, neigt auf Dauer dazu zu brechen. Es gibt zwar mittlerweile schon recht stabile Klappspaten, aber auch die sind nicht für den Dauergebrauch in harten / zähen Böden und erst recht nicht für steinige oder stark mit Wurzeln durchsetzte Erde geeignet.

Ein Klappspaten sollte immer ein optionales Werkzeug sein und vorzugsweise bei lockeren Böden oder bei tieferen Grabungen eingesetzt werden.

Für die meisten oberflächlichen Grabungstätigkeiten würde der oben beschriebene Maurerhammer ausreichen. Alternativ dazu werden auch Grabungshacken angeboten, die 2-teilig zerlegt, auch für tiefere Grabungen konzipiert sind. In unserem Sortiment führen wir eine kleine, aber äußerst stabile Grabungshacke aus deutscher Fertigung – sehr zu empfehlen wenn man viel in durchwurzelten Böden unterwegs ist.

Wer auf kompromissloses Grabungswerkzeug steht, sollte sich für Eispickel der österreichischen Firma STUBAI interessieren. Sehr vielseitig einzusetzen und unglaublich zäh, bei einem vergleichsweise geringen Eigengewicht. Hierfür muss man allerdings, in der einfachen Ausführung, um die 70 Euro veranschlagen, allerdings ist das Geld hierbei gut angelegt.

Wer es lieber etwas bodenständiger mag, sei auf die englische Black ADA Schaufelserie verwiesen, die speziell für den Sondengänger konzipiert wurde, jedoch nicht für zu harte Böden gedacht ist (knickt um). Als „Klassiker“ dürfte hier der Black ADA Invader genannt werden. Es gibt die Schaufelserie aber auch in Edelstahl- was sich natürlich im Preis niederschlägt- aber ähnlich wie der Stubai Eispickel dann nahezu unverwüstlich ist.

Die externe Pinpointersonde wurde schon an anderer Stelle ausführlich beschrieben, hier nur noch mal die Erinnerung daran.

Ein guter Pinpointer ist neben dem Grabungswerkzeug das interessanteste Hilfsmittel für den Sondengänger, da er neben der Zeitersparnis vor oder beim Graben noch unterstützen kann, dass der Fund beim Bergen nicht beschädigt wird!

Zu der Grundausrüstung sollte auch eine Fundtasche gehören. Hier verstaut man sowohl relevante Funde, wie Münzen und andere interessante Fundobjekte, als auch Müll, den ein „ordentlicher“ Sondengänger, zumindest in Maßen, mitnimmt.

Als Fundtasche eignen sich vor allem Bauch- oder Gürteltaschen, weniger geeignet ist die Jacken- oder Hosentasche. Das sieht der Sondengänger spätestens dann ein, wenn er auf diese Art z.b. die erste Münze verliert…
Auch Umhängetaschen sind nicht optimal, da diese häufig beim Graben nach vorne rutschen.
In der Fundtasche sollte auch Platz für eine kleine, gepolsterte Box sein. Diese dient zur Aufnahme von kleinen, filigranen oder zerbrechlichen Fundstücken. Es ist extrem ärgerlich, wenn man zum Beispiel eine schöne, aber sehr dünne Mittelaltermünze gefunden hat und diese dann zu Hause in zwei Teile gebrochen ist…

Zuletzt sollte man sich Gedanken machen, wie das Suchgerät mit dem ausgewählten Zubehör sicher und bequem zu transportieren ist. Die Transportfrage wird oft nicht bedacht. Eine Tasche wäre eine Möglichkeit, um alle Komponenten darin zu verstauen. Sinn macht diese aber nur für den Transport bis zum Ausgangspunkt der aktiven Suche, spätestens jetzt muss man die Tasche entweder im Auto lassen oder diese irgendwie anders mit sich führen.

Ein Rucksack leistet hier deutlich bessere und vielfältigere Dienste. Im einfachsten Fall tut es ein BW- oder Trekkingrucksack, wobei letzterer auf jeden Fall angenehmer zu tragen ist. Nachteil bei herkömmlichen Rucksäcken ist der Umstand das alles „von oben“ verstaut werden muss. Bei kleinen Detektoren ist das sicher noch praktikabel, aber bei sperrigen Detektorgestängen, Elektronikboxen und Suchspulen kann das  leicht mal am Nervenkostüm zerren. Zudem kann diverses Grabungswerkzeug das Gerät oder das Kabel beschädigen. Hier gibt es zum Glück Alternativen.

Entweder einen Rucksack, der ein großes Hauptfach und vergleichsweise große Zusatzfächer hat oder Rucksäcke, die wie eine Tasche der Länge nach geöffnet werden, aber auf dem „Boden“ ein Tragegeschirr besitzen. Letzterer wird von der Firma SALEWA angeboten (bekannter Bergsportausrüster).
Ich selbst benutze diesen und möchte ihn keinesfalls mehr missen, da er leicht, trotzdem strapazierfähig und preiswert ist, was in der Kombination leider nicht oft anzutreffen ist.

Nun ist die Grundausstattung eigentlich komplett…

Nachfolgende Ausrüstungsgegenstände sind nicht zwingend erforderlich, jedoch erleichtern oder sichern sie den Suchalltag. Wir haben sie nach Wichtigkeit sortiert!

  • Kleine Pflasterbox oder Erste-Hilfe-Pack
  • Zeckenschutz, Mückenschutz
  • Wasser oder andere nicht zu süße Getränke in ausreichender Menge
  • Verpflegung nach Bedarf  und immer eine NOTration in Reserve dabeihaben, z.B.Outdoorkekse , Nüsse,Rosinen,Salzstangen o.ä.(Sondeln macht mehr Hunger und verbraucht mehr Kraftreserven als man denkt, außerdem verliert man gerade an warmen Tagen nicht nur Wasser sondern auch Mineralien)
  • Traubenzucker (kann Leben retten bei starker Unterzuckerung)
  • der Witterung angepasste Kleidung
  • Handschuhe (möglichst dünn, aber trotzdem strapazierfähig)
  • PMR-Funkgeräte (wenn man zu mehreren unterwegs ist ein MUSS)
  • GPS-Gerät oder GPS-Logger (zum Aufzeichnen der gelaufenen Strecke und zur Funddokumentation)
  • Signalpfeife (erleichtert u.a. das gegenseitige Finden in vegetationsreicher Suchumgebung
  • Ersatzbatterien (immer einen Satz auf Reserve – für alle mitgeführten Geräte)
  • Ersatz-Spulenschraube (wenn diese bricht ist in der Regel der Suchtag beendet)
  • Schreibzeug (braucht man öfters als gedacht)
  • Kleine LED Taschen- oder Kopflampe mit guten Batterien (nicht zur Nachtsuche, sondern wenn man mal die Zeit vergessen hat und es wird schneller düster wird als man den Rückweg findet)

 

Das „Outfit“

Ich appelliere prinzipiell gegen Volltarnkleidung beim Sondengehen, auch wenn diese vor allem in der jüngeren Szene ganz gerne getragen wird.
Man sollte sich vor der Wahl seiner Sondengängerkleidung ein paar Argumente gegen Volltarnkleidung anhören.

Man stelle sich folgende Situation vor:

Man geht spazieren und erblickt plötzlich einen Typen in voller Tarnmontur mit einem langen „Stock“ den man ggf. sogar als Detektor erkannt hat. Der Typ merkt, dass er beobachtet wird – und sucht vielleicht jetzt das Weite. Was würde man selbst denken, wenn man an der Stelle des Spaziergängers ist?
Bestimmt nichts Positives…

Erschwerend hinzu kommen reißerische Medienberichte, die von vermummten Raubgräbern mit Metallsonden berichten. Wenn diese Kombination zustande kommt, ist der Griff zum Handy und die Wahl der Nummer nächsten Polizeidienstelle eine nicht unwahrscheinliche Konsequenz!

Gegen eine Tarnjacke oder Weste ist nichts einzuwenden, die ist ja zur Zeit sogar modisch. Bei den Beinkleidern sollte man sich aber auf „Uni“ beschränken oder eines der neuen Tarnmuster wählen, die „salonfähiger“ sind. Richtig zivil geht die gute alte Jeans, allerdings sind die 100% Baumwolle nur an warmen, trockenen Tagen zu empfehlen, also weder bei brütender Hitze noch bei Regen.

Outdoorfunktionskleidung ist hier besser geeignet. Aber es muss nicht unbedingt Fjal Raven oder Jack Wolfskin sein.

Ich favorisiere alle Kleidung, die aus der Stoffkombination 65 % Polyester + 35 % Baumwolle (kurz – 65/35) besteht.

Sehr brauchbare Hosen aus 65/35 gibt es neu für rund 25 Euro, Jacken und Hemden liegen im vergleichbar niedrigen Preislevel. Der wesentliche Vorteil gegenüber BW-Klamotten & Co liegt an der ebenfalls hohen Strapazierfähigkeit, aber dazu gepaart mit einer unglaublich schnellen Trocknung von Wasser und Schweiß.

Dornen und auch manche Zecke hat hier zudem Schwierigkeiten hängen zu bleiben, da der Stoff recht glatt ist. Das merkt man besonders, wenn die Hose mal komplett nass geworden ist und man sich noch problemlos drin bewegen kann. Eine reine Baumwollhose „rutscht“ dann nicht mehr wirklich, abgesehen von der vergleichsweise langen Trockenzeit gegenüber 65/35.
65/35 Kleidung gibt es in allen Farben, auch in gedecktem grün, schwarz oder sandfarben.
Kurze Hosen mögen gerade im Sommer angenehmer sein, aber man sollte weder die Sonne, kratzende und stechende Vegetation sowie Plagegeister wie Mücken und Zecken außer acht lassen!

Das Schuhwerk

Wenn man das Hobby Sondengehen länger als ein Wochenende ausüben möchte, so sollte man an den passenden Schuhen nicht sparen. Spätestens wenn der Acker stark verworfen oder der Hügel doch höher war als man dachte, macht sich gutes Schuhwerk bezahlt. Dabei ist es unerheblich worin man am besten laufen kann, es sollte nur bequem und praktikabel sein.

Unbedingt vermeiden sollte man aber Schuhe mit Stahlkappen! Wer damit mal sondeln war, weiß warum ich diese Warnung ausspreche! 🙂

Handschuhe sind nicht jedermanns Sache, sollten aber in Erwägung gezogen werden und zumindest als Prophylaxe eingesteckt werden, es ist recht schmerzhaft und heilt zudem recht schlecht, wenn man in einem Grabungsloch z.B. in einen abgebrochenen Limonadenflaschenhals (mit Alukappe) greift…

Eine Kopfbedeckung kann man eigentlich zu jeder Jahreszeit tragen. Im Sommer schützt diese sowohl vor einem Hitzschlag oder Sonnenbrand als auch vor Mücken, Schnaken und Zecken. Auch als Schweißfänger ist eine Kopfbedeckung nicht zu unterschätzen. Im Winter hilft sie gegen Kälte  und eisigen Wind. Und im Herbst wird der ein oder andere Regenschauer dadurch erträglicher. Als Kopfbedeckung eignet sich jede Kappe, jeder Hut, jedes HAD-Tuch- ganz nach belieben.Bei der Anschaffung sollte man jedoch darauf achten, dass ein etwaig getragener Kopfhörer dann immer noch bequem sitzt!

Schlussendlich sei noch gesagt, dass man sich nicht unnötig mit Ausrüstung und Zubehör „behängen“ soll. Alles muss getragen und gepflegt werden. Für kurze Touren (2-3 Stunden) reicht eine kleine Ausrüstung. Tagestouren sollten gut geplant werden, aber auch hier sollte auf das Gewicht geachtet werden – inkl. möglicher Funde- die hoffentlich nach einem langen Suchtag noch im Rucksack ihren Platz finden sollen.

©Thomas Schwarz – www.eifelsucher.de – 2015

In eigener Sache…….

Ich verdiene meinen Lebensunterhalt in erster Linie mit dem Verkauf von Metalldetektoren und Zubehör. Mein Ziel ist es jedoch auch, möglichst umfassende Informationen für Sondengänger und Sondengänger-Anfänger zu geben und auch die angebotenen Produkte so transparent wie möglich darzustellen und damit fundierte Informationen jenseits von Werbeversprechen und rein technischen Informationen zu bieten. Wenn Ihr meine Arbeit auch für zukünftige Projekte unterstützen möchtet, freue ich mich über Euren Einkauf im Shop.

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