Welche Qualifikationen sollten Sondengänger mitbringen ­ um das Hobby „effektiv“ auszuüben?

Eine Frage die zunächst einmal sekundär erscheinen mag, die sich aber jeder stellen sollte, der das
Hobby ernsthaft und mit Erfolg ausüben möchte!
Unter Qualifikation ­ also Voraussetzungen ­ verstehe ich im folgenden zunächst diese Punkte:

– Bereitschaft zur Ruhe und Ausdauer
– Zeit
– Technisches Verständnis
– Finanzieller Spielraum
– Realitätsbewusstsein

Ruhe und Ausdauer
Die wichtigste aller Grundvoraussetzungen um das Hobby Sondengehen auszuüben, ist die Bereitschaft zu Ruhe und Ausdauer!
Wer von Natur aus ein unruhiges Wesen hat und stetig „auf dem Sprung“ ist, wer sich z.B. Angeln als den schrecklichsten Zeitvertreib überhaupt vorstellt, der sollte sich ernsthaft Gedanken machen, ob das Hobby Sondengehen ­ für ihn ­ das Richtige ist!

Ruhe benötigt man, wenn man zum Beispiel ein großes Areal Meter für Meter absuchen möchte. Hier sind nicht die gelaufenen Meter von Belang, sondern die lückenlos(!) abgesuchte Fläche. Wer hier das „Rennen“ anfängt, nur um Strecke zurückzulegen, hat bereits den ersten Kardinalsfehler
begangen!

Ausdauer bedarf es, auch wenn man mal eine Stunde, einen Tag oder gar ein paar Suchtage nichts „Gutes“ gefunden hat! Wer dann die Flinte ins Korn wirft und sich entmutigen lässt, der sollte an seiner Einstellung arbeiten oder das Hobby wechseln! Ein Funderfolg ist von vielen Bedingungen abhängig und in letzter Konsequenz selbst verschuldet, wenn dieser ausbleibt!

Zeit
Wer das Hobby Sondengehen ausüben möchte, muss sich darauf einstellen, dass dies keine Beschäftigung ist, die man nur alle paar Monate ausübt! Man muss am Ball bleiben, sonst reicht Ausdauer alleine nicht aus.
Es sollte wenigstens zweimal im Monat für gut 3 Stunden gesucht werden. Wer das nicht tut, kann weder sein Gerät richtig kennenlernen noch mit einem guten Funderfolg rechnen. Technik beherrschen und Sucherfahrung sammeln kann man nicht alleine aus Büchern lernen oder im Traum daran!!

Technisches Verständnis
Einschalten und ­ Lossuchen! Das ist tatsächlich möglich, jedoch sollte man selbst bei einfachst zu bedienenden Metalldetektoren eine Portion technisches Verständnis mitbringen und sich mit physikalischen Gegebenheiten „bewusst“ auseinandersetzen! Mit Technik ist hier nämlich nicht nur die Bedienung des Gerätes gemeint, sondern auch das richtige Führen des Metalldetektors, die Umsetzung der akustischen und/oder optischen Anzeigen und die Erkennung der ständig vorkommenden Stör- und Fehlsignale. Die Metallortung ist/wird einfach wenn sie VERSTANDEN wird!

Finanzieller Spielraum
Auch wenn die Werbung auf ungezählten Webseiten und Online-Auktionshäusern für einen Neueinsteiger den Eindruck erweckt, dass man mit billigen Geräten das Gleiche erreicht wie mit Gerätschaften in hoher Preisklasse ab 500 Euro, so driften hier die Werbeversprechen und die tatsächlich erreichten Ergebnissen weit auseinander!

Wer das Hobby Sondengehen „ernsthaft“ betreiben möchte und nicht mit störanfälligen Wunderdetektoren sein Glück versuchen will, der sollte sich auf Detektoren in der untersten Preisklasse von 200 Euro einstellen!

Je nach Verwendungszweck reicht so ein Detektor auch, um die gesteckten Suchziele zu erreichen. Wer von Anfang an gut ausgestattet in das Hobby Sondengehen einsteigen will, sollte für einen Detektor ohne Zubehör wie Pinpointer und Grabungswerkzeug – 300 bis 500 Euro einplanen. Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich vor (neuen) Metalldetektoren in der Preisklasse zwischen 50 und 150 Euro warnen, hier ist die Auswahl für einen brauchbaren Detektor verschwindend gering!!

Gebrauchte Metalldetektoren- die empfehlenswert sind- fangen ab ca. 140 Euro an, ­ da der Wertverlust bei Markendetektoren maximal 40% vom Neuwert (oder ehemaligen Neupreis) beträgt. Selbst 10 Jahre alte Geräte ­ und älter ­ haben keinen größeren Wertverlust ­ WENN es sich um einen funktionsfähigen Markendetektor handelt! Im klassischen Sinne kommen Markendetektoren aus der USA, England, Westeuropa und Australien. Exoten, selbst wenn es sich um Markengeräte handelt die einmal sehr teuer waren, können hingegen massiv an Preis verlieren. Jedoch ist die praktische Einsetzbarkeit dieser Geräte auch sehr eingeschränkt.

Zu diesen Exoten zählen zum Beispiel auch Minensuchgeräte der ehemaligen NVA wie das MSG 75 oder das Magnetometer OGF-W/L. Seid einiger Zeit werden auch modernere Minensuchgeräte angeboten, hier zum Beispiel das Schiebel AN-19/2 oder auch das Ebinger Ebex 420 P/S und Eb 505 C/D. Diese Geräte sind für ihr gedachtes Einsatzgebiet absolut optimiert, aber für die „normale Schatzsuche“ weitgehend ungeeignet, da sie weder über einen Diskriminator noch über irgendeine Art der Materialerkennung verfügen. ErSCHWERend kommt noch hinzu, das viele Minensuchgeräte deutlich schwerer und unhandlicher sind als gängige Hobbydetektoren. Diese Minensuchgeräte werden vor allem gerne von Militariasuchern erworben – liegt ja auch irgendwie nah – führen meist aber ebenso schnell zu einem erhöhten Frustfaktor als wenn man damit nach Münzen suchen wollte.

Wem das bis jetzt noch nicht kar genug ist: Minensuchgeräte müssen eine extrem hohe Empfindlichkeit auf kleinste Metallobjekte haben und dürfen keinesfalls über einen Diskriminator verfügen – ergo wird jedes kleinste(!) Stückchen Eisen sicher und gut detektiert und der Anwender hat Null Moglichkeit sich dagegen zu wehren…

Realitätsbewusstsein
Sie wollen das Hobby Sondengehen anfangen, weil Sie schnell reich werden wollen?
Dann träumen Sie mal weiter….
Wer sich aus DIESEM Grund einen Metalldetektor kauft und nicht gerade im eigenen Garten einen Familienschatz vermutet, sollte sich von diesem Gedanken ganz schnell verabschieden! Reich werden wir alle ­ an Erfahrung- ­ die Wenigsten werden damit das große Los ziehen… Um es anders zu sagen: Spielen Sie Lotto, ­ die Wahrscheinlichkeit dabei reich zu werden ist größer, als mit einem Metalldetektor einen Schatz zu finden der einem 6er im Lotto gleicht. Aus diesem Grund sollte Sie ­ zuletzt ­ dieses Hobby ausüben wollen!

Zum Schluss:
Nicht nur Sondengängeranfänger sollten sich diesen Punkten stellen, sondern auch Sucher, die das Hobby schon länger ausüben, wo aber der gewünschte Erfolg weitgehend ausbleibt und wo gerne und häufig der Detektor oder die Suchspulen als „Schuldige“ für den eigenen Misserfolg gesehen werden.
Sicherlich können auch diese Faktoren eine Rolle spielen, aber ab der Preislage von 400 Euro gibt es diese Fehler­möglichkeit nur noch in Ausnahmefällen.

Fazit: Ein Gerät­ oder Spulenwechsel bringt in den seltensten Fällen einen Mehrerfolg, wenn die Einstellung zum Hobby als solches nicht stimmt!

 

©Thomas Schwarz – www.eifelsucher.de – 2015

In eigener Sache…….

Ich verdiene meinen Lebensunterhalt in erster Linie mit dem Verkauf von Metalldetektoren und Zubehör. Mein Ziel ist es jedoch auch, möglichst umfassende Informationen für Sondengänger und Sondengänger-Anfänger zu geben und auch die angebotenen Produkte so transparent wie möglich darzustellen und damit fundierte Informationen jenseits von Werbeversprechen und rein technischen Informationen zu bieten. Wenn Ihr meine Arbeit auch für zukünftige Projekte unterstützen möchtet, freue ich mich über Euren Einkauf im Shop.

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