Richtlinien für Sondengänger

Wichtige Informationen zum Umgang mit Ihrem Metalldetektor und zu rechtlichen Bestimmungen!!

  • Machen Sie sich mit Ihrem Gerät vertraut, nur mit genügend Einarbeitungszeit wird Ihnen ein Erfolg beschert sein. Üben Sie mit Ihrem Gerät z.B. in öffentlichen Anlagen oder am Strand, damit Sie das Verhalten Ihres Detektors kennenlernen.
  • Jeder Zentimeter ist wertvoll, bringen Sie deshalb die Suchspule so nahe wie möglich an den Boden. Schwenken sie zügig aber nicht zu schnell, halten Sie dabei immer die Suchspule horizontal zum Boden, sie darf am Ende der Schwenks nicht nach oben aufsteigen. Für eine gründliche Suche sollten sich die Schwenks überlappen, gehen Sie dafür in kleinen Schritten voran. Weitere Informationen zu Suchtechniken finden Sie hier.
  • Benutzen Sie Ihre Punktortungsmöglichkeit am Gerät mit höchstmöglicher Genauigkeit, üben Sie dies an sichtbaren Objekten. Durch genaue Punktortung ersparen Sie sich unnötige Grabungstätigkeit. Hilfreich sind hier auch Kleinteiledetektoren, so genannte Pinpointer-Sonden.
  • Graben Sie vorsichtig und mit Bedacht. Das Objekt, dass Sie noch nicht sehen können, könnte alles sein: wertloses Silberpapier, eine hauchdünne Münze, filigraner Schmuck -aber auch eine scharfe Granate !
  • Gegrabene Löcher immer schließen, so vermeiden Sie Unfälle und ersparen sich und Anderen unnötigen Ärger.
  • Wenn Sie uninteressante Objekte ausgraben, werfen Sie diese nicht einfach weg, sondern deponieren diese z.B. am Fuße eines Baumes, damit Sie diese Objekte bei der nächsten Suche nicht noch einmal „finden“. Dieser Rat gilt aber keinesfalls für Fundmunition!! – eine Unart, die leider weit verbreitet ist…. Suchen sie umweltbewusst. Sammeln sie den gefundenen Müll (Flaschenverschlüsse, Alufolie, Patronenhülsen vom Jäger, usw.) und werfen sie diesen am Ende in einen öffentlichen Mülleimer. Das ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch ein gutes „Argument“ gegenüber unfreundlichen Landwirten, nörgelnden Passanten und Jagdpächtern!
  • Meiden sie auf jeden Fall eingesäte Felder, Anpflanzungen und Schonungen! Vermeiden sie es in der Dämmerung in den Wald oder auch auf ein Feld in Waldnähe zu gehen – der Unmut des Jägers der sie dort antrifft ist ihnen dann recht gewiss….
  • Seien Sie Ihren Mitmenschen gegenüber kommunikativ. Wenn Sie von jemand bei Ihrem neuen Hobby beobachtet werden, kommen schnell Fragen auf. Dies ist mit der Zeit zwar auch nervend, jedoch kann der Nutzen aus solchen Gesprächen beachtlich sein. Viele Menschen (gerade ältere) geben freiwillig Informationen preis, nach denen Sie vielleicht schon lange gesucht haben!
  • Machen Sie sich Notizen über Ihre Funde, Wo, Wann, Fundumstände etc. Wobei das WO die wichtigste Information darstellt! Nutzen Sie Ihr Smartphone mit GPS Funktion oder ein eigenständiges GPS-Gerät. Diese Mehrarbeit ist zwar am Anfang etwas zeitraubend, aber gerade bei scheinbar unbedeutenden Funden können diese Notizen später von großem Wert sein. Auch sollten Sie sich fundträchtige Örtlichkeiten notieren (oder als Wegpunkt im GPS speichern), wenn Sie nicht sofort die Gelegenheit haben, diese näher zu begutachten. Wer die Zusammenarbeit mit einem Denkmalamt sucht, MUSS diese Dokumentationen zwingend machen – ansonsten verlieren Funde ohne genaue Ortsangaben ihren wissenschaftlichen Wert! Eine Infoseite zu diesem Thema finden Sie hier.
  • Wir stellen hier  eine Vorlage zur Dokumentation von Funden zum Download bereit, diese kann zur Eigendokumentation und zur Abgabe beim zuständigen Archäologen oder LDA genutzt werden. Dieses (ausführlich gehaltene) Dokument ist sicher nicht immer zwingend notwendig, erleichtert aber die Fundzuordnung für einen selbst und macht auf jedem Fall „einen guten Eindruck“ bei den Archäologen 🙂
  • Die Gesetzeslage ist in Deutschland von Bundesland zu Bundesland verschieden. Prinzipiell kann man jedoch sagen, daß das Suchen in öffentlichen Anlagen und an den meisten (deutschen) Stränden erlaubt ist. Schwieriger wird es dann schon auf Privatbesitz, hier sollte man sich nach Möglichkeit immer die Erlaubnis des Eigentümers besorgen. Aber selbst mit solcher Genehmigung darf man nicht überall suchen und graben. Befindet sich auf diesem Privatgelände zusätzlich noch ein Bodendenkmal, (Burgen, Siedlungsreste etc.), so ist in jeden Fall die Erlaubnis des zuständigen Landesdenkmalamtes einzuholen. Diese sind auch bei den Landesmuseen zu erfragen.
  • (Für das Land Schleswig-Holstein bestehen seit 2015 deutlich verschärfte Richtlinien – den aktuellen Gesetzestext dazu findet man hier)
  • Dasselbe gilt auch für Gelände auf denen Kampfhandlungen stattgefunden haben.
    Schwerpunktmäßig 1. und 2. Weltkrieg. Diese Gebiete unterliegen in vielen Fällen einem Sondenverbot, hier darf nicht gesucht und erst recht nicht gegraben werden. Prinzipiell gibt es für Privatpersonen hier keine Ausnahme.
  • Versuchen sie neue Fundgebiete zu entdecken- anstelle des Suchens an Kulturdenkmälern. Das Suchen an Kulturdenkmälern ist illegal, sie machen sich hierbei ohne Genehmigung strafbar. Kulturdenkmäler sind Zeugnisse menschlicher Geschichte und Entwicklung, an dessen Erhaltung ein öffentliches Interesse besteht.

  • In topographischen Karten werden viele Kulturdenkmäler mit KD beschriftet. ND bedeutet Naturdenkmal, auch hier ist die Suche mit einem Metallsuchgerät ebenso wenig gestattet, wie in Naturschutzgebieten wenn keine ausdrückliche Erlaubnis dafür vorliegt. Gänzlich ausgeschlossen ist die private Suche in Grabungsschutzgebieten, auch diese sind in amtlichen topografischen Karten, hier insbesondere in der deutschen Grundkarte 1:5000 (DGK5) eingetragen.
  • Meiden sie in jedem Fall weiträumig die aktuellen Grabungsschutzgebiete und aktuelle archäologische Ausgrabungen! Erkundigen Sie sich vor der Suche bei Ihrem zuständigen Denkmalamt wo und was Sie suchen dürfen. Die Möglichkeiten variieren sehr stark innerhalb der unterschiedlichen Bundesländer.

  • Melden sie alle historisch interessanten Funde Ihrem Museum
    wenn sie unter den offiziellen Ansprechpartnern der Denkmalschutzbehörden einen Ansprechpartner haben. Sie sind verpflichtet, alle kulturhistorischen Bodenfunde dem zuständigen Denkmalamt zu melden.

  • Machen sie keine Falschangaben von Fundplätzen (Fundverschiebung)
    Oft kann der angegebene Fundplatz anhand der Art des Fundes (zeitliche Zuordnung und geschichtliche Zusammenhänge) sowie der Fundpatina und nur geringen Bodenresten, durch einen erfahrenen Archäologen überprüft werden. Versuchen sie nicht, einen Fundort zu verschleiern, d. h. einen falschen Fundort anzugeben, an dem sie ein archäologisches Artefakt gefunden haben. Die Denkmalschutzbehörden wissen oft sehr genau, wo bestimmte Artefakte gefunden werden können und wo nicht. Sollte eine derartige Verschleierung auffallen, verlieren sie Ihre Reputation bei der Behörde und sie werden keine Verlängerung einer vorhandenen Nachforschungsgenehmigung erhalten, bzw. werden aufgrund dieses Tatbestandes bestimmt keine erhalten!

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    Hinweise zu denen auf dieser Webseite angebotenen Metalldetektoren und Zubehör

    Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass der Einsatz von Metallsuchgeräten auf eigene Gefahr erfolgt. Insbesondere durch Ausgrabungen von Munition, Giftstoffen oder ähnlichen gesundheitsgefährdenden Substanzen können erhebliche Personen- und Sachschäden entstehen.

    Metalldetektoren verstehen sich nicht als Hilfsmittel für ungenehmigte Grabungen. Sie tragen lediglich der zunehmenden Akzeptanz von modernen elektronischen Hilfsmitteln und den daraus entstehenden Chancen und Möglichkeiten auf dem Gebiet der Altertumsforschung Rechnung.

    Die gezielte Nachforschung nach kulturhistorisch bedeutsamen Objekten bedarf in der Regel einer Genehmigung durch die dafür zuständigen Behörden. Beachten sie in diesem Zusammenhang unbedingt die in ihrem Land/Bundesland gültigen Vorschriften und Gesetze.

  • Kopfhörer sind individuell vom Bediener in der Lautstärke auf sein Gehör abzustimmen, ich hafte daher nicht für eventuell entstandene Gehörschäden. Jeder Käufer von Metalldetektoren und dessen Zubehör sollte sich vorab über die Risiken informieren und entsprechend verhalten.

    Ich weise außerdem darauf hin, dass vor der Inbetriebnahme eines Metalldetektors und/oder dessen Zubehör die Bedienungshinweise genau zu beachten sind!

    Für Schäden die durch unsachgemäßen Gebrauch an der Ware, am Anwender oder an Dritten enstehen hafte ich nicht!

  • Ein Metalldetektor ist auch immer eine Art „Sender“. Die Suchspule sendet elektromagnetische Strahlen aus, wenn auch meist sehr schwache. Einige Detektoren verfügen zusätzlich noch über einen Funksender für einen drahtlosen Kopfhörer oder können neuerdings auch mit einem Smartphone über Bluetooth kommunizieren. Sollten Sie Träger eines Herzschrittmachers oder eines ähnlichen – lebensgebenden – elektronischen Gerätes sein- so erkundigen sie sich bitte vor dem Kauf über etwaige Risiken!

 

  • ACHTUNG !!! Stossen Sie bei Ihrer Suche auf erkennbare Munition, so sichern Sie die Stelle und markieren diese. Stellen Sie die weitere Sucharbeit in dem Gelände ein und verständigen Sie die Polizei oder einen Kampfmittelräumdienst. (Anonyme Anrufe nutzen hier übrigens nichts, da die Behörden in der Regel nicht in der Lage sind, mit ungenauen Ortsangaben etwas anzufangen)
  • Lassen Sie prinzipiell die Finger von Objekten, die Ihnen unbekannt vorkommen. Munition hat vielfältige Formen und ist oft nicht sofort als solche zu erkennen.
    Nehmen Sie keine Munition und Waffen mit nach Hause. Abgesehen von der möglichen Gefährlichkeit dieser Teile, machen Sie sich auch noch strafbar (Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz)
  • Sollten Sie bei Ihrer Suche auf menschliche Gebeine oder Erkennungsmarken von gefallenen oder vermissten Soldaten stoßen, so verständigen Sie die nächste Polizeidienststelle oder Mitarbeiter der WASt (Abkürzung für: Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht), die helfen auch bei der Weitergabe an ausländische Suchdienste und Meldestellen.

Danke und Bitte
Ich verdiene meinen Lebensunterhalt in erster Linie mit dem Verkauf von Metalldetektoren und Zubehör. Mein Ziel ist es jedoch auch, möglichst umfassende Informationen für Sondengänger und Sondengänger-Anfänger zu geben und auch die angebotenen Produkte so transparent wie möglich darzustellen und damit fundierte Informationen jenseits von Werbeversprechen und rein technischen Informationen zu bieten. Wenn Ihr meine Arbeit auch für zukünftige Projekte unterstützen möchtet, freue ich mich über Euren Einkauf im Shop.

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